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Kein Ort für Neonazis

Lesung mit Nils Oskamp
Am 10. Oktober erlebten die Schülerinnen und Schüler der 9. Und 10. Jahrgangsstufe des Hochfranken-Gymnasiums nicht nur eine Lesung der besonderen Art, sondern zugleich auch noch ein Jubiläum: Denn auch wenn die Zählung eher ungenau und daher eher eine Schätzung ist, haben sie die etwa 100. Lesung von Nils Oskamp miterlebt. Der Hamburger Illustrator weilte für ein paar Tage in der Region, da das Erika-Fuchs-Haus in Schwarzenbach an der Saale im Moment seine Zeichnungen in einer Sonderausstellung zeigt. So bot es sich an, dass er auch einen Abstecher in den Frankenwald machte, um dort den Jugendlichen sein autobiographisches Werk vorzustellen. Das Besondere dabei ist, dass er das, was er als Schüler in Dortmund-Dorstfeld erlebt hat, in einer Graphic Novel verarbeitet hat.
In seinem Werk „Drei Steine“ schildert er, wie er aktiv wird, als Mitschüler im Geschichtsunterricht den Holocaust leugnen und in seinem Umfeld immer mehr Hakenkreuze und die Nazi-Parole „Deutschland erwache“ auftaucht. Er macht die Neonazis seiner Klasse lächerlich, die Hakenkreuze gestaltet er zu „Nikolaushäusern“ um und den Slogan „Deutschland erwache“ erweitert er um ein „Frühstück ist fertig“. Dadurch macht er sich aber immer mehr zur Zielscheibe rechtsradikaler Attacken. Denn seine radikalisierten Mitschüler sind nicht alleine, sondern sehr gut organisiert und die „Alten Kameraden“ werben ohne Unterlass weiteren Nachwuchs, den sie indoktrinieren. Auch davon wird Oskamp immer wieder Zeuge. In Folge dieser Entwicklungen beschäftigt er sich mit der Geschichte der NS-Zeit und besucht auch einen jüdischen Friedhof, wo er drei Steine von einem Grab mitnimmt, die dort nach der alten jüdischen Tradition niedergelegt worden waren. Zwei davon muss er einsetzen, um sich bei lebensbedrohlichen Einschüchterungsversuchen von Seiten der Neonazis zur Wehr zu setzen. Dabei muss er auch die bittere Erfahrung machen, dass er weder von seinen Eltern noch von seinen Lehrern noch von der Polizei Unterstützung erwarten kann. Die Situation spitzt sich immer mehr zu und am Ende muss er sogar um sein Überleben kämpfen.
Aber schließlich sammelte er drei Steine auf und auch seine Graphic Novel heißt „Drei Steine“, bleibt Oskamp zum Schluss also immer noch ein Stein: Diesen legt er schließlich in Yad Vashem am Mahnmal für die Widerstandskämpfer gegen das Naziregime nieder. So schlägt die Geschichte am Ende den Bogen von der Jugend Oskamps im Dortmund der achtziger Jahre in die heutige Zeit, wo er seinem Sohn seine Lebensgeschichte erzählt. Diese machte auch auf die Zuhörer seiner Lesung Eindruck, wobei es sich nicht um eine Lesung im klassischen Stil handelte, sondern die Bilder aus dem Comic per Beamer gezeigt und erläutert wurden. Außerdem ging Nils Oskamp auch auf die zeichnerischen Aspekte ein und berichtete von dem Nischendasein des Comics in Deutschland. Dazwischen blieb auch immer noch viel Zeit, um auf Schülerfragen einzugehen. Neben seiner Lebensgeschichte bewegte die Schüler auch die Frage, wie stark die rechtsradikale Szene momentan ist und wie man sich gegen Übergriffe schützen kann. Auch dazu stand Nils Oskamp Rede und Antwort und konnte immer wieder auf aktuelle Beispiele gerade auch aus Dortmund verweisen. Zudem gab er den Zuhörern viele wertvolle Tipps, welche Organisationen sich um den Opferschutz kümmern, und verwies in diesem Zusammenhang vor allem immer wieder auf den B.U.D. Bayern. Aufgrund der starken Bilder und der gerade wegen ihrer Authentizität berührenden Geschichte dürfte die Lesung noch lange im Gedächtnis bleiben und dafür sorgen, rechten Tendenzen mit großem Misstrauen zu begegnen.

Kathrin Mauckner, 2018-10-16 22:11:23

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