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Leonce und Lena - Flucht ins Paradies

„Ich habe die entsetzliche Arbeit nichts zu tun“, beklagt sich der weltfremde Träumer, Prinz Leonce von Popo, der nach eigener Aussage den höchsten Willen hat, alles zu tun, ausgenommen, was er werde bleiben lassen. Er ist die Hauptfigur in dem einzigen Lustspiel des Dramatikers Georg Büchner, der den Schülerinnen und Schülern der Oberstufe vor allem aufgrund seines Dramas „Woyzeck“ bekannt ist. Bei „Leonce und Lena“ zeigt Bücher hingegen sein Talent für romantische Komödien: Der verträumte Müßiggänger Leonce soll von seinem Vater, dem König von Popo, mit der ihm völlig unbekannten Prinzessin von Pipi verheiratet werden, damit der König ihm die Regierungsgeschäfte übergeben kann. Leonce ist von dieser Idee überhaupt nicht angetan, ist er doch auf der Suche nach seiner Traumfrau, von der er recht konkrete Vorstellungen hat: „Sie ist unendlich schön und unendlich geistlos.“ Auf der Suche nach ihr und der Flucht vor der arrangierten Ehe reist er mit seinem ebenso arbeitsscheuen Diener Valerio Richtung Italien. Zeitgleich kommt auch Prinzessin Lena auf den Gedanken, mit ihrer Gouvernante vor der Heirat zu fliehen und lieber auf eigenen Faust die große Liebe zu suchen. Wie es der Zufall – oder das Schicksal – will, treffen Leonce und Lena aufeinander und verlieben sich unsterblich, ohne die Identität des anderen zu erkennen. Überwältigt von seinen Gefühlen möchte der melancholische Leonce am liebsten gleich Selbstmord begehen, wird aber von seinem zynischen Begleiter Valerio stattdessen zur Heirat mit der unbekannten Schönen überredet. Er verspricht, den König zu überlisten und ihm die Zustimmung zu entlocken. Leonce und Lena verkleiden sich als Automaten und Valerio überzeugt den König tatsächlich, die Automaten die Hochzeit, die das Volk erwartet, vollziehen zu lassen. Als das Paar nach der Trauung die Masken abnimmt, um den vermeintlich genialen Streich aufzudecken, müssen Leonce und Lena jedoch feststellen, dass sie dem Schicksal in die Falle getappt sind und sich genau in der Rolle wiederfinden, die ihre Väter von Anfang an für sie bestimmt hatten: „Ei Lena, ich glaube, das war die Flucht ins Paradies. Ich bin betrogen.“ – „Ich bin betrogen.“
Die gelungene Inszenierung des Theaters Hof sorgte für einen ausgesprochen unterhaltsamen Theaterabend und das Schicksal der jungen Königskinder regte zum Nachdenken darüber an, ob man seinem Schicksal überhaupt entgehen kann und wo die Grenzen eines vermeintlich selbstbestimmten Lebens sind.

Dr. Nadja Braun, 2018-11-29 17:22:01

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